Gesetzliche Erwachsenenvertretung für Angehörige

Teil 2: die gesetzliche Erwachsenenvertretung:
Wenn der sogen. „Vorsorgefall“ bereits eingetreten ist, das heißt eine eigene Auswahl und Bestellung der Vertretung durch eine Person ist aufgrund einer bereits eingetretenen Beeinträchtigung nicht mehr möglich, gibt es für Angehörige (das sind Verwandte bis zum Grad eines Neffen/einer Nichte) die Möglichkeit, sich als Vertreter im ÖZVV registrieren zu lassen. Die Registrierung veranlasst ein Notar, ein Anwalt oder ein Erwachsenenschutzverein. Aus der Registerbestätigung geht der Wirkungsbereich hervor. Grundsätzlich sind sowohl alltägliche Vertretungshandlungen aber auch einmalige und ungewöhnliche Vertretungsmaßnahmen damit möglich! Die Registrierung setzt voraus dass eine ärztliche Bestätigung vorgelegt wird, dass und für welche Bereiche Hilfe nötig ist; andere Bereiche können eventuell selbstverantwortlich weiterhin von der betroffenen Person besorgt werden! Der gesetzliche Erwachsenenvertreter hat danach zu trachten, dass die vertretene Person im Rahmen ihrer Fähigkeiten und Möglichkeiten ihre Lebensverhältnisse nach ihren Wünschen und Vorstellungen gestalten kann, und sie, soweit wie möglich in die Lage zu versetzen, ihre Angelegenheiten selbst zu besorgen
Die Vertretungsbefugnis gilt grundsätzlich für die Dauer von drei Jahren!
Achtung! Für diese Vertretungsform gilt das Zuvorkommen! Wenn von der betroffenen Person ein Widerspruch nicht mehr möglich und auch vorsorglich kein Widerspruch registriert ist, kann auch eine der betroffenen Person nicht genehme Verwandtenperson die Vertretungsbefugnis (zB für die Vermögensverwaltung, Verkauf des Hauses, oder die Auswahl eines Pflegeheimes) an sich reißen!
Der Vertreter hat wohl die vertretene Person von beabsichtigten, ihre Person oder ihr Vermögen betreffenden Entscheidungen rechtzeitig zu verständigen und ihr die Möglichkeit zu geben, sich dazu in angemessener Frist zu äußern. Die Äußerung der vertretenen Person ist zu berücksichtigen, es sei denn, ihr Wohl wäre hierdurch erheblich gefährdet. ….

Weitere Informationen unter:
www.bmvrdj.gv.at/erwachsenenschutz