Wie sichere ich mich ab, dass eine bestimmte Immobilie mir zum Verkauf angeboten wird?

VORKAUFSRECHT

Frau A hat ein Grundstück geerbt. Bei diesem ist im Grundbuch ein Vorkaufsrecht für Herrn B eingetragen. Was bedeutet dies?

Wenn Frau A ihr Grundstück verkaufen will, muss sie Herrn B entweder einen bereits mit dem Käufer C abgeschlossenen Kaufvertrag oder ein vom potentiellen Käufer C unterschriebenes verbindliches Kaufanbot vorlegen.

Herr B hat nun 30 Tage Zeit, sein Vorkaufsrecht auszuüben: Wenn er es ausübt, kommt bereits der Kaufvertrag zwischen Frau A und Herrn B in der vorgelegten Form zustande bzw. tritt Herr B in das Kaufanbot ein. Frau A und Herr B sind dann noch verpflichtet, die erforderlichen Unterschriften abzugeben, damit Herr B als Erwerber ins Grundbuch eingetragen werden kann. Übt Herr B sein Vorkaufsrecht nicht aus, verfällt dieses endgültig und Herr B ist verpflichtet, in die Löschung des Vorkaufsrechtes im Grundbuch einzuwilligen.

Wenn Frau A ihr Grundstück verschenkt oder vererbt, kann Herr B sein Vorkaufsrecht nicht ausüben. Das Vorkaufsrecht für Herrn B bleibt aber bestehen, solange er lebt, und muss daher von den Rechtsnachfolger (Beschenkten oder Erben) der Frau A im Falle eines Verkaufes des Grundstückes weiter beachtet werden. Herr B selbst kann sein (höchstpersönliches) Vorkaufsrecht allerdings nicht vererben oder verkaufen.

(Dr. Sonja Friedl-Kuhn, Feber 2015)